Die verminderte Tonleiter wird von jedem Ton aus sowohl aufsteigend als auch absteigend beidhändig geübt. Für die Flüssigkeit und Regelmäßigkeit werden unterschiedliche Betonungen gesetzt. Alles Skalen werden ebenso mit Legato und Stakato gespielt.
Zum Einsatz kommen diese Linien vor allem in der linken Hand auf Dominantseptakkorden, Diminished Chords oder als Auxiliary Diminished.
Einsatz in Barmusik
Bei Solopiano Arrangements im Bereich Barmusik kommt die Technik vor allem zwischen den Phrasen der Melodie zum Einsatz. Bei dezenter Barmusik kann man auf diese Art unaufdringlich schöne Lines unterbringen.
Einsatz in Tanzmusik
Im Bereich Tanzmusik kommen diese Linien als Basslines zur Geltung. Vor allem mit dem Tanzmusik Trio oder dem Tanzmusik Quartett.
Wenn ich mich in meinem persönlichen Umfeld umhöre, habe ich den Eindruck, dass sehr viele Jazzmusiker Weihnachtslieder lieben.
Ich kann das gut verstehen. Einerseits gibt es viele Swinging Christmas Songs, aus denen man musikalisch was interessantes machen kann, andererseits funktionieren Weihnachtslieder ähnlich wie Jazzstandards: Jeder im Publikum kennt sie und hat dadurch einen Bezugspunkt. Das ermöglicht interessante Arrangements, die sich von den Originalen entfernen können.
Ich habe sowohl mit meiner Band, als auch Solo viele Barmusik – Gigs in der Weihnachtszeit, bei denen es ausreichend Gelegenheit gibt, Weihnachtslieder zu spielen.
Für mich persönlich sind Weihnachtslieder auch aus einem anderen Grund spannend. Indem man sie immer nur einen Monat im Jahr spielt, integriert man die neuen Arrangement – Techniken und die neuen Voicings, die man im Laufe des vergangenen Jahres dazu gelernt hat, in die alten Weihnachtslieder. Das ist eine interessante Gelegenheit, zu beobachten, was alles dazu gekommen ist und wie sich die eigene Musik weiterentwickelt.
Durch eine Aufnahme von “Smoke gets in your eyes” von Joe Chindamo am Jazzfestival Umbria Jazz 05 habe ich eine Technik gefunden, die mich im Moment sehr interessiert und die in meinen jetzigen Piano Barmusik Arrangements noch vernachlässigt wird:
In den Pausen der Melodie spielt die linke Hand als Füllung Melodielinien. Dabei kommen Umspielungen der Basstöne, sowie Motive zum Einsatz, die sich wiederholen können.
Ausständig ist noch der Praxistest, ob diese Art von Arrangements in einer Barmusik – Situation hierzulande möglich ist, beziehungsweise in welche Form man die Technik gießen muss. Verschiedene Jazz-Bands und Pianisten, wie zum Beispiel auch die Band Project Smooth haben zu diesem Thema ja ihren eigenen Zugang gefunden.
Hier das Youtube Video, das die Aufnahme in einer Konzertatmosphäre zeigt. Klingt aber durchaus nach Barmusik.
Bei der Öbb gibt es derzeit einen Skandal über das Führen von Krankenakten von Mitarbeitern.
Aber wohin die kranken Nackten geführt wurden, wurde bis jetzt noch nicht gesagt.
Ein weiteres Lied von mir, in der Besetzung Klavier und Tuba, aufgenommen im Jahre 1995 für die CD “Tess” mit Ali Angerer.
Die Form des Liedes ist eher einfach und gefällig. Absoluten Jazzpuristen wird es vielleicht zu populär klingen, Menschen, die üblicherweise mit Jazz nichts am Hut haben, werden dieses Lied mögen.
“Short Life” by Dietmar Gabl und Ali Angerer (c) 1995
Als Vorbereitung für die anstehenden Barmusik – Gigs arbeite ich an inneren Linienführungen. Damit meine ich eine Melodie, die sich zwischen Basston und Topnote bewegt.
Sehr gut gefällt mir eine zweistimmige Linie, die sich im Abstand einer Sext oben von der Terz bis zur Quint und unten von der Quint bis zur Septime bewegt.
Es funktioniert gut mit Majorakkorden, Mollseptakkorden und Dominantseptakkorden.
Zuerst übe ich die Linienführung mit diesen drei Akkordtypen in allen zwölf Tonarten, dann versuche ich sie in Lieder meines Repertoires zu integrieren.
Heute ist der 09.09.09 und ich bin um 09:09 Uhr aufgewacht. Vielleicht kann mir mal ein Zahlenmystiker erklären, was das für mich und den Rest meines Lebens bedeutet.
Lese gerade den Science-Fiction Roman Solaris von Stanislaw Lem. In dem Roman spielt ein Tonband eine Rolle. Schwer vorzustellen, dass man in ferner Zukunft auf digitale Aufzeichnung verzichten wird und wieder zum guten alten Tonband zurückkehrt.
Ich finde, es hat immer wieder etwas charmantes, wenn in Science-Fiction, die selber schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, veraltete Technologien in einem Zukunfts-Kontext verwendet werden.