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Die Welt mit Kinderaugen sehen

Einmal noch die Welt mit Kinderaugen sehen. Etwas, das unwiederbringlich verloren scheint. Die Erfahrungen, die man in seinem bisherigem Leben gemacht hat, sind wie tiefe Furchen, ausgetretene Wege in unseren Hirnwindungen, in die wir immer wieder zurückfallen, ob wir wollen oder nicht. Unser Gehirn hat so viele Muster und Strukturen gebildet, dass wir sämtliche neuen Erfahrungen in diese, bereits vorhandenen, Muster einordnen.

Watzlawick würde sagen, wir haben uns unsere ureigenste Welt schon konstruiert, in der wir jetzt leben. Andere haben das auch schon als Gefängnis bezeichnet, in dem jeder von uns drinnen sitzt und aus dem niemand raus kommt.

Manche Mystiker gehen davon aus, dass die reine, objektive Wahrnehmung, wenigstens in gewissen Momenten erreichbar ist und durch Techniken wie Meditation geschult werden kann.

Mit einem Freund hatte ich kürzlich ein interessantes Gedankenexperiment: Was, wenn man eine vollkommen künstliche Welt erschafft, in dem es keine Möbel, keine Fortbewegungsmittel und überhaupt nichts gibt, was wir bereits kennen. Wir sind zu dem Schluß gekommen, dass man trotzdem alles, was man wahrnimmt in Bezug auf die eigenen Erfahrungen des bisherigen Lebens in bereits vorhandene Muster einordnen würde.

Die Welt noch einmal wahrzunehmen, wie es Kinder machen, ist also einem Erwachsenen verwehrt.

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