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Koppeln und Entkoppeln

Ich habe im vorigen Artikel darüber gesprochen, dass es für sämtliche neuen Eindrücke bereits vorhandene Strukturen gibt, in die wir diese einordnen.

Sind diese Stukturen fest verankert, oder können sie verändert werden? Die moderne Hirnforschung geht davon aus, dass es möglich ist, auch im Erwachsenenalter, Synapsenverbindung zu lösen und neu zu organisieren. In dem Artikel Wusstest du schon, Gehirn und Fernsehen wird näher auf die Funktion der Synapsenbildung eingegangen.

Wie können die Synapsenverbindungen neu organisiert werden? In dem man Erfahrungen und Eindrücke von den alten Strukturen entkoppelt, oder in dem man sie an etwas neues koppelt.

Entkoppeln funktioniert beispielsweise durch Meditation, Koppeln funktioniert durch Lernen oder durch Identifikation mit neuen Haltungen oder Visualisierung von neuen Situationen.

In der Arbeit mit improvisierter Musik ist man auch ständig mit beiden Dingen beschäftigt. Einerseits dem Erarbeiten und Internalisieren von neuen Mustern und Strukturen – also Koppeln – und andererseits am Erlernen von Techniken, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und sich auf musikalisches Neuland zu begeben – also Entkoppeln.

In immer wieder kehrenden musikalischen Situationen, etwa eine bestimmte Akkordfolge, liegt die Versuchung nahe, immer ähnliche Wege zu beschreiten und immer die gleichen Muster zu verfolgen. Das ist verständlich, denn das verleiht Sicherheit. Rein ökonomisch betrachtet bedeutet, diese Muster zu verlassen, zunächst einen größerem Aufwand. Das “Neuland”, auf dem man sich dann aber befindet, wirkt auf den Musiker äußerst inspirierend, so dass man die zusätzlich aufgewendete Energie wieder zurück bekommt.

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