Skip to content

Mozart – Phantasie in d-Moll

Ja, auch ein Jazzmusiker spielt manchmal gerne Klassik. Mir fallen dazu ein paar Aspekte ein:

  1. Manchmal beneide ich klassische Musiker, weil es relativ klar ist, was man üben muss, um ein Stück einzustudieren. Das ist im Jazz oft etwas schwierig, weil man sich immer wieder Konzepte erarbeiten muss, um nicht an der Oberfläche zu bleiben und um über einen längeren Zeitraum an dem Material, das man übt, dran zu bleiben.

    Das Ergebnis des Übungsprozesses ist „in der Klassik“ auch viel eindeutiger und klarer sichtbar, als im Jazz, wo es oft Jahre dauert, bis das Material, an dem man arbeitet, in die eigene musikalische Ausdrucksweise einfließt und dann wie selbstverständlich in der Improvisation „kommt“, ohne dass man selber etwas dabei tut – und nur so ist Improvisation überhaupt möglich.

  2. Interessant sind auch die ungewohnten Klänge, die man dem Klavier entlocken kann, indem man einerseits diesen andern Zugang zur Musik hat, mit dieser Fixierung auf den Notentext und andererseits die Klänge, Akkorde, Harmonien der klassischen Musik sich natürlich von der Klangästhetik des Jazz stark unterscheiden. Interessant wäre es, in einer Barmusik Situation ein bis zwei klassische Stücke zu spielen, weil es eben ein ganz anderer „Sound“ ist und damit eine nette Abwechslung.
  3. Die Freiheit, die man im Jazz hat, lernt man – wie im Leben – noch viel mehr zu schätzen, wenn man sie vorübergehend nicht hat.
  4. Eigentlich ist es vollkommen egal, WAS man übt, es kommt nur auf das WIE an. Jede Form von Klangwelt, zu der man durch das Üben einen Zugang findet, verändert einem und fließt in irgendeiner Form in die eigene Musik ein.
Share/Save/Bookmark

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *
*
*