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Die Welt mit Kinderaugen sehen

Einmal noch die Welt mit Kinderaugen sehen. Etwas, das unwiederbringlich verloren scheint. Die Erfahrungen, die man in seinem bisherigem Leben gemacht hat, sind wie tiefe Furchen, ausgetretene Wege in unseren Hirnwindungen, in die wir immer wieder zurückfallen, ob wir wollen oder nicht. Unser Gehirn hat so viele Muster und Strukturen gebildet, dass wir sämtliche neuen Erfahrungen in diese, bereits vorhandenen, Muster einordnen.

Watzlawick würde sagen, wir haben uns unsere ureigenste Welt schon konstruiert, in der wir jetzt leben. Andere haben das auch schon als Gefängnis bezeichnet, in dem jeder von uns drinnen sitzt und aus dem niemand raus kommt.

Manche Mystiker gehen davon aus, dass die reine, objektive Wahrnehmung, wenigstens in gewissen Momenten erreichbar ist und durch Techniken wie Meditation geschult werden kann.

Mit einem Freund hatte ich kürzlich ein interessantes Gedankenexperiment: Was, wenn man eine vollkommen künstliche Welt erschafft, in dem es keine Möbel, keine Fortbewegungsmittel und überhaupt nichts gibt, was wir bereits kennen. Wir sind zu dem Schluß gekommen, dass man trotzdem alles, was man wahrnimmt in Bezug auf die eigenen Erfahrungen des bisherigen Lebens in bereits vorhandene Muster einordnen würde.

Die Welt noch einmal wahrzunehmen, wie es Kinder machen, ist also einem Erwachsenen verwehrt.

Zwei neue Top 5 Voicings

Beim Durchspielen einer Transkription bin ich auf zwei neue Voicings gestoßen, die mir sehr gut gefallen. Das Stück hieß “Liebesleid” von Fritz Kreisler und gespielt hat es der Voicing-Spezialist Clare Fisher.

Das erste Voicing ist ein Majorakkord mit der Quint als top-note, geeignet für mittlere Lage.

Das zweite Voicing ist ein Dominantseptakkord mit b9, und ebenfalls der Quint in der top-note.

Ich habe die Voicings in allen zwölf Tonarten geübt und anschließend versucht, sie in Rubato Intros von ein paar Jazzstandards einzubauen.

Gestromter Hund

Ein Wildwasser Kajakfahrer und Hundeliebhaber sagt: “Lieber ein gestromter Hund* als ein hundiger Strom**”

* besondere Musterung des Fells
** zB schwere Verblockung im Flußlauf

Under the X-mas Tree

Dieses kleine Stück im Fünfviertel Takt habe ich schon vor einigen Jahren aufgenommen. Der Titel mag etwas irreführend sein, denn mit Weihnachten hat das Lied überhaupt nichts zu tun. Ich wollte einfach die kindliche Vorfreude zum Ausdruck bringen, auf das was sich üblicherweise “Under the X-mas Tree” befindet.

Under the X-mas Tree (c) 2001 by Dietmar Gabl

It´s For You

Tess_CDCover_210Diesen Titel habe ich anfang der Neunziger-Jahre geschrieben. Er befindet sich auf der 1995 veröffentlichten CD “Tess”.

Die Musik von “Tess” ist ein Duoprojekt mit ungewöhnlicher Besetzung: Klavier und Tuba.
Zu hören ist der Tubist Ali Angerer.

It´s For You (c) 1994 by Dietmar Gabl:

Trauer um Menschen

Ich schreibe diesen Artikel für einen Freund, der einen geliebten Menschen verloren hat.

In dem Buch “Der springende Punkt” von Anthony De Mello habe ich zu diesem Thema eine, fast kann man sagen, radikale Sichtweise gefunden, die ich aber sehr interessant finde.

De Mello fordert den Leser zunächst auf, sich vorzustellen, dass ein Freund stirbt und stellt die Frage, ob die Trauer, die man dabei empfindet nicht aus einem Gefühl des persönlichen Verlustes resultiert. Es tut einem also nicht der verstorbene Leid, sondern man tut sich quasi selber leid. Diese Sichtweise ist deshalb radikal, weil es gesellschaftlich Opportun erscheint, Trauer zu empfinden, wenn jemand stirbt.

Ich bin auf viele Seiten gestoßen, auf denen Menschen trauern:
http://www.abnehmen-und-ernaehrung.de/allgemein/essen-in-stresssituationen-und-trauer.html
http://langeweile.twoday.net/stories/5810125/
http://gedankenfluestern.blog.de/2008/10/02/sechs-wochen-4813719/

Titanic-Perle

Eine weitere Titanic-Perle aus der Reihe “Berufswitz der Woche”, die meinen strengen Humor-Kriterien standgehalten hat ;-) und die ich niemandem vorenthalten möchte:

Treffen sich zwei Tischler, …

Gefunden auf Titanic, dem endgültigen Satiremagazin

Weitere Funde mit Wortwitz:
http://muddhas-place.blog.de/2005/10/15/schlechter_wortwitz_i~236547/

Blossom Part II

Blüte

Blüte

Das ist der zweite Teil der “Blütenfolge”.

Blossom Part II (c) 2008 by Dietmar Gabl

Klavierstimmung

Ich finde es immer wieder faszinierend wie mein Flügel auf klimatische Veränderungen reagiert.

Steigt die Temperatur in der Wohnung um ein paar Grad im Sommer, oder gibt es eine schwüle Phase mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, ist der Flügel sofort verstimmt.
Boesendorfer_225
Gott sei Dank kann sich die Klavierstimmung auch wieder erholen. Sowie das Thermometer wieder auf die Ausgangstemperatur sinkt, verbessert sich die Stimmung wieder.

In der Heizperiode ist dagegen vor allem zu trockene Luft ein Problem. Hier helfen Luftbefeuchter und eine thermische Sanierung der Aussenmauer.

Man kann sich nicht des Eindruckes erwehren, dass es sich bei einem Klavier um ein lebendiges Wesen handelt. Dabei ist es ja in erster Linie nur ein Gebrauchsgegenstand, zumindest wenn man von den ideellen Zuschreibungen absieht.

Trotzdem ist mir ein akkustisches Klavier immer lieber. In der Band spielen wir leider immer mit Digitalpiano.

Unfreiwillig komisch

Sagt neulich ein Musikerkollege auf einer Veranstaltung zur offensichtlich aus Deutschland stammenden Fotografin:

“Von wo kommst Du?”
“Aus Dresden”
“Aha. Was ist denn die nächst größere Stadt bei Dresden?”