Morgen werde ich zum ersten Mal ein Stück von mir spielen und mich dabei mit der Videokamera filmen.
Als Vorbereitung dazu bin ich heute mit dem Testen von verschiedenen technischen Einstellungen meiner Kamera beschäftigt.

Als Auflösung werde ich die kleinstmögliche verwenden und hoffe, dass ich es nicht irgendwann bereuen werde. Denn mit dem AVCHD Format gibt es einige Schwierigkeiten. Stefan hat auf seinem Blog ausführlich über diese Dinge berichtet: Plannine.de
Im Wesentlichen geht es um folgende Parameter
- Bildausschnitt – Man soll was vom Klavier sehen, man soll die Tastatur sehen und man soll den Pianisten sehen – alles in allem ein Ding der Unmöglichkeit. Es gilt, einen guten Kompromiss zu finden.
- Raumakkustik – Der Raum ist eigentlich zu klein, aber Konzertsaal habe ich keinen in meiner Wohnung. Durch gezielte Schalldämmung versuche ich die Raumakkustik zu verbessern.
- Mikrophoneinstellung – Bei meiner Kamera kann man wählen zwischen Dolby 5-Kanal Ton oder Center-Mikrophon. Letzteres nimmt hauptsächlich den Schall auf, der vor der Kamera ist.
- Aufnahmepegel – Ohne Dämmung ist das Klavier so laut, dass selbst bei -30dB bei Pegelspitzen noch Verzerrungen auftreten.
Ich bin gespannt auf das Ergebnis. Der Sound ist natürlich ein Kompromiss, die semiprofessionellen Aufnahmen, die ich in diesem Blog präsentiere, haben aber ohnehin nur den Charakter einer Vorproduktion für eine Solopiano-CD.

Blüte
Die Komposition Blossom besteht aus zwei Teilen.
Das Blütenmeer im Frühling, das sich leider nur 1-2 Wochen im Jahr vor dem Fenster meines Musikzimmers ausbreitet, hat mich zu den beiden Stücken Blossom Part I und Blossom Part II inspiriert.
Hier der erste Teil:
In diesem Beitrag geht es um den schnöden Mammon.
Bei Menschen mit künstlerischen Berufen gibt es das Problem, dass das, was den Künstler wirklich interressiert, nur wenige Leute interessiert und somit wenig Geld einbringt.
Es gibt zwei Wege, den Lebensunterhalt zu bestreiten.
- Die zweigleisige Methode. Man macht künstlerisch nur das, was einem wirklich interessiert, unabhängig davon, wie viel Geld es einbringt und das Geld verdient man mit einem Brotjob, der mit der künstlerischen Tätigkeit in keinem, oder nur in einem sehr losen Zusammenhang steht.
- Die eingleisige Methode. Man sucht nach Durchschnittsmengen zwischen dem, was man gerne macht und dem, was sich verkaufen läßt und trachtet danach, immer mehr von dem machen zu können, was man wirklich möchte.
Ein klassischer Brotjob bei Künstlern ist Kellner. Klassischer Brotjob bei Musikern ist Musiklehrer.
Bei der zweiten, der eingleisigen Methode, gibt es je nach künstlerischer Tätigkeit verschiedene Möglichkeiten. Bildende Künstler und Literaten finden in der Werbeindustrie Beschäftigung, Tänzer in der Showbranche, klassische Musiker landen im Kurorchester und Jazzmusiker in der Unterhaltungsmusik. Schauspieler findet man im Kabarrett, sie mutieren zu Moderatoren, Nikoläuse und Kinderclowns.
Vorteil bei der zweigleisigen Methode ist, dass man sich künstlerisch auf das konzentrieren kann, was einem wirklich interessiert und dass man keinerlei Kompromisse eingehen muss. Der Nachteil ist oft eine prekäre finanzielle Situation und Zeitmangel für die Kunst.
Vorteil bei der eingleisigen Methode ist, dass man ausreichend Zeit und Gelegenheit für die künstlerische Tätigkeit findet und davon leben kann. Ein Nachteil ist, dass man einer permanenten Beeinflussung ausgeliefert ist und Gefahr läuft, aus den Augen zu verlieren, was man eigentlich ursprünglich machen wollte.
Parken:
Bei der Anreise mit dem Auto kann man einiges an Geld sparen, wenn man nicht die Parkplätze am Rande von Venedig benützt. Kurz bevor man zum Flughafen Marco Polo gelangt, findet man viele bewachte Parkplätze, bei denen man nur € 5,- pro Tag bezahlt. In die Stadt gelangt man dann entweder mit dem Schiff ab Flughafen (die Parkplätze bieten einen kostenlosen Shuttleservice zum Flughafen) oder mit dem Bus Nr. 5
Das Schiff bietet den Vorteil, dass man eine schöne Fahrt über die Lagune hat und direkt am Markusplatz landet, der Nachteil ist, dass das Ticket viel teurer ist als das Busticket. Mit dem Bus kostet die Fahrt nur € 1,60 und man landet am großen Busbahnhof der Piazzale Roma, in der Nähe des Bahnhofes. Von dort zum Biennale Gelände muss man erst ein Vaporetto nehmen, oder über eine Stunde zu Fuß gehen.
Öffentlicher Transport:
Die Vaporetti (Linienschiffe) verkehren regelmäßig innerhalb der Stadt, auf die benachbarten Inseln und den Lido. Die Tickets sind zwar teuer, werden aber nicht kontrolliert.
Hotel:
Das Hotel bucht man am besten auf der privaten Website des Hotels selbst. Dann fallen keine Provisionen für Vermittler an. Informationen, welche Hotels empfehlenswert sind, holt man sich am besten aus einem Reiseführer. Dann braucht man nur nach dem Hotelnamen zu “googeln” und schon ist man auf der privaten Website des Hotels.
Bei der 53. Biennale in Venedig 2009 kann man sich ein Tagesticket zum Preis von € 18,- sparen, wenn man zwei Tage Zeit hat und den Aufenthalt entsprechend organisiert.
Die Ausstellungslokalitäten sind Giardini, Arsenale und verschiedene Palazzi und andere Orte, die über die ganze Stadt verteilt sind.
1. Die Gardini haben Montags geschlossen
2. Das Arsenale hat Dienstags geschlossen
3. Die Ausstellunsorte in der Stadt kann man auch ohne Ticket besuchen
Daraus ergibt sich die Option, dass man an einem Tag zwischen Mittwoch und Sonntag die Gardini und das Arsenale besucht und am zweiten Tag die Palazzi in der Stadt.
Auf diese Weise braucht man nur ein Ticket.
Donnerstag, Juni 25, 2009
Im Linzer Bildungshaus Jägermayrhof werden die sozialdemokratischen Ideale der sechziger- und siebziger Jahre immer noch gelebt. Es gibt ein Kulturangebot mit Ausstellungen, Konzerten und Lesungen.
Die ursprüngliche Idee war, der Arbeiterschaft nicht nur eine Interessensvertretung zu bieten, sondern eine Gemeinschaft, ein Freizeitangebot und die Möglichkeit, sich durch Bildung und Kultur weiter zu entwickeln. Es wurde ein breit ausgelegter Kunstbegriff in´s Parteiprogramm geschrieben (Jeder kann ein Künstler sein). Dem einfachen Arbeiter wurde, unterstützt von Egalitätstheorien, die Möglichkeit zu beruflichem und sozialem Aufstieg ermöglicht.
Heute ist es eine Tatsache, dass die Arbeiterschaft in Scharen nach rechts davon läuft und auf die dumpfesten Botschaften reflektiert, an Kultur und an Bildung schlicht nicht interessiert ist. Den deutschen Linksintellektuellen ist in den Siebziger Jahren der gewünschte Schulterschluss mit den Arbeitern auch schon nicht geglückt.
Die Gewerkschaften finden sich immer häufiger in der Rolle von nach rückwärts gewandten, rhetorisch wunderbar geschulten Reformverhinderern und Privilegienbewahrern. Funktionäre, die keine Visionen haben, sondern beinharte Machtpolitik für Ihre Klientel betreiben.
Ist da etwas schief gelaufen?
Dank der vielen Fernsehsender im deutschsprachigen Fernsehen, findet immer wieder der eine oder andere Kunstfilm seinen Weg in das Fernsehprogramm.
Nur wie findet man die interessanten Filme bei so vielen Sendern?
An dieser Stelle möchte ich meinen Dank an den Film-Dienst kundtun, der einen täglichen Fernsehtipp für Cineasten bereit hält. Seit längerer Zeit rufe ich täglich diese Seite auf und finde auf diese Art und Weise die interessantesten Filme.
Dieses Zitat von Wladimir Kaminer, dem russisch-deutschen Literaten und Russendisko-Veranstalter, habe ich in der Sendung LesArt aufgeschnappt und es hat mich lange beschäftigt.
Es ist ja ein amüsantes Gedankenspiel, der Natur faschistoide Tendenzen vorzuwerfen. Richtig funktionieren tut die Metapher meiner Meinung nach aber nicht. Ich habe mir ein paar Faschismus-Theorien angesehen, bin aber auf keinen grünen Zweig gekommen.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen???
Paul Watzlawick versteht es wie kein Anderer, komplexe und tiefgründige Inhalte mit Humor “an den Mann zu bringen”.
Er entwickelt Hypothesen zu seiner Sichtweise des Konstruktivismus, den er mitbegründet hat und findet dafür Beispiele aus dem Alltag oder aus der Weltliteratur, die er gerne mit einem Augenzwinkern erzählt.
Er hat die Gabe, “mit feiner Klinge” witzig zu sein und hat einen literarischen Stil für seine Sachbücher entwickelt, der in einzigartiger Art und Weise philosophische Themen mit Humor verbindet.
Besonders gut ist ihm dies gelungen in dem Ratgeber “Anleitung zum Unglücklichsein”.
Er entwirft Alltagsszenen, wie zum Beispiel die von einem Mann, der seinen Schlüssel verliert, oder einem anderen Mann, der sich einen Hammer vom Nachbarn ausborgen will und darum ein riesiges Problem konstruiert. Siehe Die Geschichte mit dem Hammer
Interessant ist auch seine Interpretation der Bibelgeschichte von Frau Lot, die zurück blickt und dadurch zur Salzsäule erstarrt.
Im Titanic Newsticker finden sich immer wieder Perlen. Die Satire – Witze – Fließbandproduktion gibt es mittlerweile seit 30 Jahren und hoffentlich noch weitere 30 Jahre.